Freiheit für alle Gefangenen – Silvesternacht vor’m Knast

Alljährlich sammelt sich ein kleiner Teil der radikalen Linken vor den Gefängnissen um gegen die Knäste zu demonstrieren.
Auch in Hamburg fand sich kurz vor 0 Uhr eine kleine Menge vor der Untersuchungshaftanstalt ein. Wer am Köpfe zählen interessiert ist kann
sich über bis zu 100 Teilnehmer*innen freuen oder auch eben enttäuscht sein.
Klar ist aber bei diesem Grad der Organisation und Größe der Demonstration, dass es nicht zu mehr als gut gemeinter Symbolpolitik reicht. Für einige scheinbar nur ein Ort ihre*seine Wut herauszulassen und ihr*sein Ego vor den Polizist*innen zu demonstrieren.
Schon vor 0 Uhr als sich die Demonstration langsam sammelte wurde die Menge wegbewegt. Um in Richtung Karoviertel (Karolinenpassage) die direkte Sicht auf das Gefängnis zu verlieren.
Einzig ein schönes Bild bleibt öffentlich-politisches Resultat dieser Nacht.

Die Linke sollte sich, wie bei allem, in öffentlichen Diskursen, klarer werden, welche Zielsetzung bei solchen Demonstrationen am sinnvollsten ist:

Eine große und laute Menge vor dem Gefängnis versammeln?
Es gibt diverse Gruppen die von Paragraph 129/a/b betroffen sind. Zum Beispiel die PKK, welche immer wieder auch in Hamburg größere Veranstaltungen auf die Beine stellt.

Eine möglichst aggressive Straßenschlacht führen?
Dies sollte im Voraus klar sein. Die Polizist*innen wissen sowieso worauf sie sich an Silvester einstellen müssen, dann sollte die Gegenseite auch entsprechend möglichst viel Widerstand dabei leisten, wenn die Staatsmacht versucht die Menge vom Gefängnis wegzutreiben.

Symbole gegen die Gefängnisse setzen, die über eine Schlacht hinausgehen? Nicht erst als Demonstration auftreten?
Kleinere und auch größere Aktionen die künstlerisch oder auch durch ihren Effekt eine andere Wirkung als die Straßenschlacht an sich haben.
Sabotage und Infiltration sollte dabei nicht außer Acht gelassen werden und können ein lauteres Echo erzeugen als Polizist*innen die die Raketen und Böller wie Dummies über sich ergehen lassen.